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Linke Entrüstung zum Jahresabschluss!Maria Vassilakou verleiht wolfgang ulm(övp wien sicherheitssprecher) die xmas-sauregurkenmedaille für seinen vorstoß, arbeitslose zum graffiti-wegputzen zu verdonnern und ist dafür, dass er die arbeitslosen in ruhe lässt und dafür selbst eigenhändig alle graffitis entfernen muss, die ihn stören - und zwar in seiner arbeitslosen freizeit,unentgeltlich! Nach diesem Posting von Maria Vassilakou gestern Abend entbrannte eine nette Diskussion auf Facebook. Ich muss ehrlicherweise vorausschicken, ich kenne weder Wolfgang Ulm noch seinen Antrag, aber allein schon, wenn man differenzierter an diese Sache herangeht, als eine pseudolinke moralische Entrüstung, ist man ein Buhmann.
Ich denke, dass solche „Welfare to work“-Programme durchaus Sinn machen. Nichts mach Menschen so unglücklich, wie länger arbeitslos zu sein. Also keine Aufgabe in der Gesellschaft zu haben. Mir geht es nicht um einen Strafdienst, sondern darum, dass Menschen lieber einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen. Ich denke hier gäbe es viele Möglichkeiten. Gerade der boomende Sozialbereich bietet viele Möglichkeiten. Viele werden jetzt denken, dass das doch bitte freiwillig erfolgen sollte. Denen empfehle ich mal bei Zivildiener nachzufragen: Da fangen auch knapp 20-jährige mehr oder minder freiwillig in Altenheimen, Behindertenvereine oder bei Rettungsorganisationen an. Und gerade im städtischen Bereich ist und bleibt der Zivildienst ein wichtiges Rekrutierungsinstrument für „Social-Profit-Organisationen“. Viele junge Männer können sich erst nach dem Zivildienst vorstellen, eine soziale Ausbildung zu machen und nachher in diesem Bereich zu arbeiten. Sozialräumliche Beschäftigungsmodelle sind für mich ein wichtiger Teil, gerade in der Bekämpfung der hohen Jugendarbeitslosigkeit und der Sozialminister geht mit der „Aktion 4.000“ in diese Richtung. Arbeitslosigkeit ist keine Erbsünde und keine Schande. Unsere Gesellschaft muss sich daran gewöhnen, dass Erwerbskarrieren von 18 - 65 Jahren der Vergangenheit angehören. „Man ist arbeitlos“ darf kann Stigmata mehr sein, aber im Gegenzug muss die Gesellschaft flexibler (=Schimpfwort für Linke) reagieren. Es gibt viele neue Modelle um Erwerbsarbeit und „Auszeiten“ für alle Seiten attraktiver zu gestalten. Was mich gleich zum zweiten Thema führt. Die Innenministerin will härter gegen kranke Zivildiener vorgehen:
Zum Glück regt sich gegen diese Aussage schon Widerstand. Wen wundert es da noch, dass junge Menschen das Vertrauen in die Politik verlieren. Bei dieser Ungleichbehandlung: „Erwachsene Arbeitnehmer“ müssen auch nicht ihren Krankenstand im Urlaub reinarbeiten. Bevor man mit so einer Aussage eine Zielgruppe an den Pranger stellt, sollte man wenigsten handfeste Zahlen haben. Zum Schluß empfehle ich ein paar Diskutanten ein kleines Buch für die nächsten Feiertage: "Unter Linken: Von einem, der aus Versehen konservativ wurde". Zum Schluß nur noch mein Neujahrsvorsatz: Für Linke bin ich ein Rechter. Für Rechte bin ich ein Linker. Was bin ich wohl? |
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